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Wildnis als Erfahrung

Baumstämme

 

Der zivilisierte Mensch, der keine freie, wilde Natur kennt, weiß inzwischen um sein Defizit. Um Kindern nahezubringen und sie wissen zu lassen, „woher die Milch kommt“, gibt es inzwischen pädagogisch aufbereitet Vorzeige-Bauernhöfe, die ein spezielles Programm anbieten, damit Kinder und andere Menschen, die keine Natur kennen, Natur kennen lernen können und erkennen können, wie Natur funktioniert.

 

Diese Vorzeige-Natur-Welt ist jedoch weit entfern von der früher üblichen Form der Tierhaltung und der Landwirtschaft und noch weiter entfernt von der heute üblichen Massentierhaltung und wirtschaftseffizienten Landwirtschaft, die meistens nur noch aus Monokulturen besteht.

 

Das wissen auch die meisten Menschen, aber sie machen sich keine Gedanke darüber, welche Folgen sich aus dieser Situation ergeben.

 

Sie machen sich deshalb keine Gedanken, weil sie im Normalfall die Folgen des Zustands der Natur nicht zu spüren bekommen.

 

Erst, wenn es zu Überschwemmungen, Erdrutschen, Hitzewellen, Dürrezeiten und Missernten kommt, lesen sie wieder über die Veränderung der Natur und seine Folgen und vergessen es dann wieder in ihrem komfortablen Alltag im Leben der Wohlstandgesellschaft.

 

Deshalb gibt es jetzt „Wildniserziehung“. Es wird zum Beispiel im Programm der Nationalparke angeboten, aber auch in anderen Zusammenhängen.

 

Wozu wird man in der „Wildniserziehung“ erzogen.

Es geht um Verhaltensweisen, die es zu erlernen gilt, wenn man in wirklicher „Wildnis“ überleben will (die es aber in Europa nicht gibt)

  • da wird aus Seilen und Stöcken eine Brücke gebaut, um über einen Fluss zu kommen
  • oder es werden Kräuter und Beeren im Wald gesammelt, da man geht davon ausgeht, dass man die nächsten 14 Tage keine Nahrung zur Verfügung hat
  • oder man lernt, ohne Streichhölzer ein Feuer zu machen