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Konzeption Simone Mack

Aus dem Leben geplaudert......

Warum mich das Thema: „Natur“ beschäftigt
und warum ich dieses Projekt begonnen habe?

Es gibt meistens verschiedene Puzzleteile, die zu Entscheidungen oder Handlungen führen.

 

Aufgewachsen in der Stadt hat man wohl kein besonderes Verhältnis zur Natur.

 

Stadtkinder kennen die Natur meist nur von lästigen Familien- Sonntagsspaziergängen oder als Ort für Fitness, Entspannung nach der Arbeit oder für die Erholung am Wochenende.

 

Um unseren Kindern ein natürliches Umfeld für ihre Kindheit zu schaffen, zogen wir damals nach Garmisch-Partenkirchen. Dort habe ich die Natur im täglichen Leben neu kennen gelernt, im Schnee des Winters, in den täglichen schwülen Sommergewittern, auf der Streifzügen mit meiner damals dreijährigen Tochter. Im Nachklang dieser Zeit bleiben vor meinem inneren Auge die Grüntöne der Bäume bestehen, der Fichten, der Lärchen, der Tannen und der Duft nach Regen oder der Nebel, der die Berge verschwinden lässt.

Diese Eindrücke haben einen „Nachklang“ hinterlassen, eine Sehnsucht, die bis heute meine Arbeit bestimmt

 

Simone Mack

 

Seitdem interessiert es mich, welche Bedeutung die Natur für den Menschen hat (neben den Nahrungsketten, Bodenschätzen etc.).

 

 

Ich begann die Natur als Gegenüber wahrzunehmen, als ein Feld, das es zu entdecken und zu erforschen gilt.

 

In gewissem Sinne „forschen“ auch Künstler, wie Wissenschaftler, nur mit anderen Methoden. In der künstlerischen Arbeit wird ein Thema fokussiert, in Details zerlegt, beobachtet, untersucht und verschieden dargestellt und aus den Ergebnissen ergibt sich dann die künstlerische Darstellung.


In der Kunst war die Natur schon immer ein beliebtes Thema; z.B. Casper David Friedrich; Dorflandschaft bei Morgenbeleuchtung oder Albrecht Dürers. „ Das große Rasenstück“

 

Dorflandschaft bei Morgenbeleuchtung

Das große Rasenstück


Nun hat sich die Kunst weiter entwickelt und auch die Entwicklung der Fotografie führte dazu, dass die Künstler sich nicht mehr „nur“ mit der „Ansicht“ eines Gegenstandes beschäftigen, sondern mit dessen Bedeutungen: gesellschaftlich, wissenschaftlich, politisch etc. Künstler heutzutage stellen Frage an das Thema: Was bedeutet das, was ich darstelle, male, bildhauere oder fotografiere usw. aus gesellschaftlicher, politischer, ökonomischer Sicht?

 

Damit ergeben sich in Bezug auf die Natur neue Fragen?

 

Auf der einen Seite „romantisieren“ wir Menschen die Natur als weichgespülter Freizeitbereich für Fitnesstätigkeiten und Entspannungsformen.

 

Auf der anderen Seite haben wir nur ein geringes Bewusstsein über die Prozesse der Natur, da wir durch unsere Zivilisation von der Natur entfremdet sind.

 

Der Mensch, der seit der Sesshaftwerdung bestrebt war, sich die Natur zu unterwerfen und optimal für sein Leben nutzbar zu machen, muss sich heute eingestehen, dass seine gefühlte Überlegenheit von Blindheit geprägt war, da er die inhärenten Bedingungen des Systems „Natur“ nicht genügend berücksichtigt hat.

Alle Teile der Natur sind der Kreislauf eines Ganzen. Stört man zu viele Teile in diesem Ablauf, gerät das System ins Torkeln.

 

Nun stehen wir schon vor den Negativfolgen unseres Handelns und wissen nicht mehr den Weg zurück. Das ist die gesellschaftlich-politische Ebene- die Androhung von Schreckensszenarien der Klimakrise.

 

Für meine Arbeit bedeutet es, dass ich unser Verhältnis zur Natur erkunden möchte:

Welche Verbindung haben wir zu den Natur- Lebensbereichen, z.B. dem „Wald“?

 

Und wie kann es uns gelingen unsere Lebensform mit den Prozessen in der Natur wieder so zu verbinden, dass das Leben der Menschen und die Abläufe der Natur miteinander auf diesem Planeten existieren können?

 

Es sind dies die elementaren Fragen unseres Jahrhunderts, die es zu beantworten gelt.